Polarizations

In Polarizations macht Klimas das Licht selbst zum Thema seiner fotografischen Arbeiten. Er richtet polarisiertes (»geordnetes«) Licht auf transparente Folien, macht so spezielle Farben und Spektren sichtbar, und lässt so Erinnerungen an die konkrete Malerei aufleuchten, die das Licht ohne diesen Kunstgriff nicht preisgibt. In einer fließenden Bewegung bilden sich dabei immer wieder neuartige Kompositionen, die sich dem Betrachter als endloses Entstehen und Vergehen ohne erkennbaren Kulminationspunkt darbieten.

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Sonic Sculptures

Die Serie Sonic Sculptures ist ein synästhetisches Zusammenspiel von Klang, Form und Farbe. Alles, was Klimas dazu beiträgt, ist ein bespannter Keilrahmen, auf den er Pigmente aufträgt. Darunter setzt er einen Lautsprecher mit trichterförmiger Membran. Dann dreht er den Lautstärkeregler hoch, zieht sich aus dem Set zurück, und überlässt so die Entstehung des Bildes ganz der Musik selbst. Klimas' Installation lässt die Farbpigmente tanzen: Es entstehen Choreographien wie die monochrome wall of sound bei »Camina Burana« von Carl Orff oder das zarte Ballett in Blau wie »Runs The Voodoo Down« von Miles Davis oder das obszöne Spektakel in Gelb und Rot wie »Anarchy« von den Sex Pistols.

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Foulard

Diese Fotoserie zeigt Seidentücher mit künstlerisch inspirierten Designs aus den Jahren 1950 bis 1990. Die Foulards gerinnen in den Aufnahmen von Klimas zu Kippbildern zwischen Fotografie und Objekt – seltsam unentschieden zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Von Klimas inszeniert offenbaren die Foulards ihren Ursprung zum Beispiel im abstrakten Expressionismus, im Hard Edge oder in der Op- und Pop Art. Sie lassen an Künstler wie Barnett Newman, Victor Vasarely oder Frank Stella denken. Klimas exploriert damit den Weg vom modischen Accessoire zurück zum künstlerischen Vorbild. Im Ergebnis kommentieren leuchtende Farbräume minimalistische Muster und entfalten eine eigensinnige visuelle Kraft.

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Birds

Die Aufnahmen der Raubvögel sind im weitesten Sinne »Selfies«. Kurz nachdem sich die Greifvögel in die Luft erhoben haben, durchqueren die Tiere eine Lichtschranke und lösen die Kamera aus. So fängt sie Klimas in einem starken Widerspruch ein: Obwohl die Aufnahme im Moment ihrer allergrößten Anspannung entsteht, erscheinen sie vor dem grauen Fond merkwürdig leblos und starr.
Indem er die Vögel aus dem Kontext verklärender Naturbetrachtung befreit, bricht der Fotograf unsere Sehgewohnheiten. Der Verzicht auf ein natürliches Umfeld konzentriert unsere Aufmerksamkeit auf die Kreatur selbst. So völlig ortlos wirkt sie befremdlich und surreal.

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Flowervases

Perfekt arrangierte Blumenvasen werden mit Stahlkugeln durchschossen und im Moment ihrer Zerstörung abgebildet. Von Projektilen getroffen, zersplittern Glasvasen, Keramik- und Steingutgefäße sacken in sich zusammen. Dabei interessiert sich Klimas nicht so sehr für die Tatsache der Zerstörung, sondern vielmehr für die sich in einer 7000stel Sekunde vollziehende Transformation. Während in der oberen Bildhälfte die Komposition noch absolut harmonisch erscheint, herrscht im unteren schon das Chaos. Der Gegensatz von Statik und höchster Dynamik sprengt die Klischeehaftigkeit des Sujets »Blumenvase«. Die Parallelität zweier Zustände und die unwirkliche Ruhe der Bilder ziehen den Betrachter in ihren Bann.

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Porcelain Figurines

Aus 3 Metern Höhe fallen die Porcelain Figurines zu Boden, wobei das Geräusch ihres Aufpralls den Auslöser in Gang setzt. Es entstehen gestochen scharfe Bilder von irritierender Schönheit, die mehr sind, als die Summe ihrer Teile. Temporäre Skulpturen, für das menschliche Auge sichtbar gemacht durch die Technik der Hochgeschwindigkeitsfotografie. Nicht so sehr die in Stücke zerspringende Porzellanfigur fällt dabei ins Auge, sondern vielmehr die neu entstehende, dynamische Figur, die die Zeit anzuhalten und sichtbar zu machen scheint.

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